Eine chilenische Hausdame

März 1, 2017 Reisen 0 Comments

Ein kleiner Einblick in das Leben von Irene Arbarzua…

einer feinen, chilenischen Dame aus Coyhaique. Sie betreibt dort eine kleine Hospedaje, was in Chile eine preiswerte Unterkunft ist, welche meist von einer Familie geführt wird. Eine gute Alternative zu Hostel oder Hotel, da man das einheimische Leben hautnah kennen lernt, oft Insider-Tipps erhascht und außerdem nicht mehr als für ein Hostel bezahlt.
In Coyhaique, einer kleinen Stadt im patagonischem Gebiet von Chile, mache ich mich mit Tom (einem neu gewonnenen Freund aus New England) auf die Suche nach einem Hostel. Wir erfahren das erste mal, dass es Hospedaje“n gibt und beziehen aus verschiedenen Zufällen bei Irene unser wunderbares Gästezimmer, zum Preis von einem Schlafsaalbett. Die nächsten 4 Tage genießen wir eine typisch mütterliche Bewirtung, wie man sie sich vorstellt. Das Haus selbst gehört Irene und wir werden am ersten Abend auf ein großes Dinner mit der Familie eingeladen. Für uns wahrhaftig das Paradies auf Erden, weshalb wir uns direkt entscheiden 2 Nächte länger zu bleiben. 🙂

Irene ist 76 jahre alt und absolut top fit! Wir erfuhren soviel über ihr Leben, dass ich mir dachte auch andere Menschen wollen Sie kennenlernen und ein kleiner Einblick als Fotoserie muss eingefangen werden. Irene selbst ist sehr bescheiden und meinte dauerhaft ihr Leben sei nicht interessant, da ihr Mann vor 11 Jahren verstorben ist und ihr Leben dadurch keinen großen Wert mehr habe. Ich sehe das anders. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn. Die jüngste Tochter betreibt direkt nebenan einen Blumenladen, dessen Einfluss man auch im Wohnzimmer nicht übersehen konnte. Irene steckte trotz ihren Alters noch voller Energie und zeigte uns mit Freude, was sie den ganzen Tag so treibt. In dem großem Haus ist sie dauerhaft mit dem alltäglichen Haushaltsarbeiten beschäftigt und ansonsten mit der Sorge um ihre Kinder. So ergeht es wohl jeder Mutter, egal auf welcher Seite oder welchem Fleckchen der Welt. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit der Ölmalerei und ich konnte kaum glauben, dass all die Bilder in der Wohnung von ihr stammten und sie allein diese in den letzten 2-3 Jahren gefertigt hat. Noch viel mehr Zeit geht fürs töpfern, nähen, Brot backen und selbstgemachte Marmelade drauf. Dazu wird nach chilenischer Art ein heißer Pot Matetee getrunken. Im Hintergrund des Geschehens schallt ständig der Fernseher laut durchs ganze Haus, dieser kann nur durch ihre kräftige Stimme übertönt werden, wenn sie nach einem der Kinder ruft oder sich anders bemerkbar machen will. 🙂 Sie zeigte uns ihre tüchtigen Arbeitshände und wir hielten unsere Babyfinger dagegen. Eine absolut tüchtige Frau, welche ihr ganzes Leben lang hart arbeitete und sich nun im Rentenalter der Kunst widmet. Ihrer Aussage nach, kann sie einfach nicht anders und muss immer beschäftigt sein, damit ihr Leben noch Sinn ergibt. Ich glaube, dass ist das Geheimnis ihrer junggebliebenen Natur! 🙂

Ihre jüngste Tochter entführt uns noch zu ein paar Aussichtspunkten über Coyhaique und ich schieße natürlich als Dank für deren Großherzigkeit und den unglaublichen Aufenthalt noch ein paar Bilder für die Familie Abarzua zur Erinnerung.